Was ist Geld?

 

Das Projekt „Was-ist-Geld.de“ wurde von mir, Dr. Michael Paetz, Dozent am Fachbereich Volkswirtschaftslehre der Universität Hamburg, in Zusammenarbeit mit der Hamburg Open Online University (HOOU) ins Leben gerufen. Mein Ziel ist es, die finanziellen Zusammenhänge eines kreditbasierten Geldsystems einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen. Denn nur durch ein fundiertes Verständnis des Konzepts „Geld“ ist es möglich, die Probleme und Chancen dieses Systems zu erkennen und zu bewerten.

In erster Linie geht es mir darum, die grundlegenden Merkmale des heutigen Geldsystems zu beschreiben, insbesondere den doppelten Charakter von Geld als Vermögenswert und Verbindlichkeit. Am Ende dieses Kurses werde ich jedoch auch kritisch auf theoretische Ansätze der Geldpolitik eingehen. Sollten Sie Interesse haben, tiefer in die Materie einzutauchen, empfehle ich Ihnen mein Lehrbuch „Geldtheorie und Geldpolitik“ (Link zur Verlagsseite). Außerdem finden Sie auf meinem YouTube-Kanal (https://www.youtube.com/@was-ist-geld) die Aufzeichnungen zur Vorlesung „Geldtheorie und -politik“, die ich im Jahr 2022 an der Universität Hamburg gehalten habe.

Über mich

Ich bin promovierter Volkswirt und als Lehrkraft für besondere Aufgaben im Fachbereich Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg tätig. Nach dem Studium der Wirtschaftsmathematik habe ich über die neoklassisch inspirierten Modelle des Neukeynesianismus promoviert, interessiere mich seitdem aber primär für postkeynesianische Ansätze. Daher bin ich mit orthodoxen wie heterodoxen Theorien gleichermaßen vertraut. Im Juli 2024 erhielt ich den Hamburger Lehrpreis für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (u.a. für meine Vorlesung zur Geldtheorie und -politik). Neben der Lehre publiziere ich in akademischen wie populärwissenschaftlichen Zeitschriften und schreibe gelegentlich für den postkeynesianischen Blog „Makroskop“.

UHH, RRZ/MCC, Mentz

Aufbau

Ich habe mich bemüht diese Seite so zu gestalten, dass sie auch Laien einen leicht zugänglichen Einstieg in das Thema bietet. Hierzu stehen Ihnen fünf „Module“ zur Verfügung, die aufeinander aufgebaut sind. Bevor wir starten, möchte ich zunächst den Aufbau dieses „Erklär-Blogs“ erläutern.

Das erste Modul, „Einführung“, beschäftigt sich mit dem Ursprung des Geldes sowie den beiden in der Wissenschaft konkurrierenden geldtheoretischen Konzepte: dem Metallismus und dem Chartalismus. Im Metallismus wird Geld als ein „Ding“ betrachtet, wie etwa eine Goldmünze. Auch heute glauben viele Menschen fälschlicherweise, dass Geld an einen Sachwert gebunden ist, obwohl die Goldbindung bereits vor langer Zeit aufgegeben wurde. Chartalisten hingegen sehen Geld als ein rechtliches Konstrukt ohne intrinsischen Wert, das zur Verrechnung gegenseitiger Leistungen dient.

Das zweite Modul, „Grundlagen des Geld- und Kreditsystems„, führt in die fundamentalen Konzepte dieses Themenbereichs ein. Wir unterscheiden zum ersten Mal zwischen Zentralbankgeld und Geschäftsbankengeld und lernen zentrale Konzepte wie die Geldschöpfung durch Buchungssätze kennen. Darüber hinaus analysieren wir die Bedeutung von Liquidität im Kontext der Hierarchie der verschiedenen Geldformen. Dabei werden wir feststellen, dass es keine universelle Gelddefinition gibt, sondern dass verschiedene Definitionen je nach Fragestellung Vor- und Nachteile mit sich bringen.

Das dritte Modul, „Grundlagen der Vermögensrechnung“, beleuchtet verschiedene Formen der Vermögensbildung. Um Missverständnisse zu vermeiden, definieren wir die unterschiedlichen Arten der Vermögensbildung präzise, da dies für das Verständnis monetärer Beziehungen entscheidend ist. Dazu gehört auch das Verstehen von Buchhaltungsgrundlagen, denn die Prinzipien der doppelten Buchführung bilden letztlich die Basis des Geldsystems. Um die Erklärungen anschaulich und lebendig zu gestalten, werden diese Buchhaltungsgrundlagen anhand intuitiver Beispiele vermittelt.

Im vierten Modul dieses Blogs erklären wir anhand der gesamtwirtschaftlichen Buchhaltung, warum die Bildung von Geldvermögen in einem Sektor einer Volkswirtschaft nur möglich ist, wenn sich alle anderen Sektoren in gleicher Höhe verschulden. Aus dieser fundamentalen Tatsache leiten wir die Zusammenhänge der sektoralen „Finanzierungssalden“ einer Volkswirtschaft ab, die den gesamtwirtschaftlichen Kreislauf unseres Geldsystems anschaulich darstellen.

Im abschließenden Abschnitt (Geldpolitik) setzen wir uns kritisch mit verschiedenen theoretischen Ansätzen der Geldpolitik auseinander. Dieser Abschnitt dient als Einführung in die Materie und ist keine umfassende Abhandlung aller geldpolitischen Instrumente und ihrer Möglichkeiten sowie Grenzen. Vielmehr werden die wesentlichen Funktionen und Begriffe moderner Geldpolitik skizziert, um die größten Denkfehler und Mythen in diesem Bereich zu klären und Ihnen verschiedene Positionen verständlich zu machen.

Schließlich finden Sie unter „Links“ Verweise zu weiteren interessanten und vertiefenden Blogs zum Thema Geld und Wirtschaft.

Danksagung

Ich möchte mich bei der HOOU und den studentischen Hilfskräften, Hendrik Hinnrichs, Diego Diez, Christian Gerl und Johannes Heinen bedanken, die mich in der Umsetzung dieses Projektes unterstützt haben. Des Weiteren danke ich meinem guten Freund Johannes Semm für seine bezaubernde Stimme im obigen Trailervideo. Wie üblich sind alle Fehler, die auch nach mehrmaligem Gegenlesen nicht beseitigt wurden, ausschließlich mir anzulasten.

Dr. Michael Paetz, im März 2025.

INHALT
  • Grundlegende Funktionsweise eines auf Kredit basierten Geldsystems
  • Grundlagen buchhalterischen Denkens (zum besseren Verständnis monetärer Phänomene)
  • Unterscheidung verschiedener Vermögensformen
  • Denken in monetären „Kreisläufen“
  • Grundlagen gesamtwirtschaftlichen Denkens
  • Grundlagen moderner Geldpolitik

Lizensierung

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Autor:
Dr. Michael Paetz

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